Warum helfen Hufeisen aus  Deutschland in Rumänien?

Warum helfen Hufeisen aus Deutschland in Rumänien?

Es ist für sachkundige Fachkräfte oftmals schwer gewisse Situationen oder Tatsachen so zu beschreiben, dass ein Laie alles genau versteht.

Wenn ich zB einem Laien erkläre das ich viel Desinfektionsmittel benötige bevor ich eine Hündin kastriere so versteht das eigentlich jeder. Wenn ich aber einem Laien erkläre das ich  ein rumänisches Arbeitspferd mindestens 5 mal in Jahr an den Hufen bearbeiten muss so verstehen das einige nicht. Und wenn ich dann auch noch etwas von Hufeisen erzähle so verstehen das noch weniger Menschen. Oft 
kommen dann noch so dumme Vergleiche wie “früher, in der Natur hatten Pferde doch auch keine Hufeisen”

Ja, aber da wurden sie auch nicht vor einem Karren gespannt und täglich 14 Stunden über Schotterpisten geprügelt. Und wenn Pferde dennoch lahm waren so kamen die Wölfe, ganz einfach war es damals vor 25.000 Jahren! 
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Bild oben: rumänische Arbeitspferde laufen täglich bis zu 100km über Schotter, Asphalt oder Feldwege.
                  ohne Hufschutz (Hufeisen) läuft bereits am ersten Tag das Blut aus den Füßen und ein qualvoller
                 Todeskampf beginnt. Hufeisen sind unerlässlich in Rumänien. Punkt.

Die Pferdehalter in Ostrumänien wissen natürlich genau wie wichtig es ist die Hufe vor dem hohen Verschleiß zu schützen. Also
unternehmen sie alles um einen Hufschutz anzubringen. Leider werden hierbei oft die Pferde verstümmelt.
Wir haben schon Gummi von alten Autoreiten, Baustahlmatten, Holzbretter und einfache Eisenstücke unter den Hufen entdeckt. Oft wurde dies von unsachkundigen Besitzern mit einfachen Nägeln unter die Hufe geschlagen.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen das die Huflederhäute (ähnlich Nagelbett des Menschen)  empfindlicher und schmerzaktiver sind als die Geschlechtsorgane. Einem Pferd kann also nichts mehr weh tun als seine Füße. 
In Rumänien haben wir schon “Vernagelungen” (Vernagelung = Nagel fälschlicher Weise in den lebenden, empfindlichen Bereich eingeschlagen) beobachtet welche innerhalb von 12 Std zu einem  qualvollen Tot führten. 

Was ist also das größte Problem in Ostrumänien?
Unsere örtlichen Ärzte Dr.Ursache und Dr.Alexander erzählen uns schon seit Jahren das die “selbst gebastelten Hufbeschläge” eines der größten Probleme überhaupt ist.  Die selbst gebauten rumänischen Hufeisen haben solche langen und scharfe Stollen das die Pferde sich damit selbst und andere Tiere verletzen. Viele Pferde verrecken an einer Wundinfektion weil sie sich mit ihren scharfkantigen Eisen den Bauch aufschlitzen beim ablegen und aufstehen. 
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Bild oben: ein rumänischer “Hufschmied” hat seine Folterinstrumente angebracht.
Sie schmerzen bei jeden Schritt und sind
 auch gefährlich , ins besonders bei Tritten. 
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Bild oben: Dr.Ursache behandelt ein Pferd welches von einem anderen Pferd getreten wurde.
                    Was für einen Schaden die rumänischen Hufeisen anrichten können sehen sie auf dem 
                     folgenden Bild.

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Bild oben: Wie ein Speer ist der Stollen des Hufeisens in das Knie dieser Stute eingedrungen.

                    Wer also den Bedarf an ausgebildeten Hufschmieden nicht erkennen kann oder will
                    sollte auch nicht Mitglied bei Equiwent sein.

Was ist unser Lösungsansatz?

Natürlich können wir nicht alle 250 000 Arbeitspferde in Ostrumänien beschlagen!
Daher haben wir ein zweigleisiges Konzept entwickelt. 
1.) 
stetige Schulungen der rumänischen Hufbearbeiter und der Besitzer.
stetige Lieferungen von Werkzeug und Material (deutsche Hufnägel und Hufeisen)

2.)
Zudem arbeiten wir seit 2009 mit einem BELOHNUNGSSYSTEM .
Um dieses Belohnungssystem in Ostrumänien umzusetzen haben wir gute und qualifizierte Hufschmiede angestellt.
Die Pferdebesitzer müssen sich immer wieder erneut auf diese Hilfsleistung bewerben. 
Sie müssen ihr Pferd in einen einigermaßen genährten Zustand vorzeigen. Es dürfen keine Wunden oder Verletzungen vorhanden sein.
Es muss ein ausreichender Vorrat an Futtermittel nachgewiesen werden. 
Erst dann können unsere Tierärzte zum Wohle des Besitzers (eigentlich zum Wohle des Pferdes) entscheiden und unsere Hufschmiede
mit der Umsetzung der fälligen Hufkorrektur und des Hufbeschlages beauftragen. Dieser fachgerechte , westeuropäische, Hufbeschlag ist unbezahlbar für einen rumänischen Bauern. Er ist also sehr bemüht unsere Auflagen zu erfüllen um sich diese Hufbeschläge zu verdienen.
So konnten wir, in den vergangenen Jahren, ganze Regionen beeinflussen. 
Ich selbst fahre ca 8 mal pro Jahr nach Rumänien und beliefere unsere Stationen mit dem kostbaren “Belohnungshufeisen”und arbeite dort mit. Die fachgerechte orthopädische Versorgung und der Hufbeschlag der Arbeitspferde ist also der wichtigste und teuerste Bestandteil unserer gesamten Hilfsorganisation. Ohne die Hufeisen hätten wir bisher nichts, absolut gar nichts, erreicht. 
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Bild oben: die rumänischen Bauer sind oftmals bettelarm,
                     sie erfüllen jede Auflage um weitere Hilfsleistungen
                     zu bekommen.
                     Lebensmittel, Medikamente und Kleidung gibt es nur wenn alle Kinder
                     zur Schule dürfen und auch tatsächlich gehen. 

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Bild oben: Jannis Raabe produziert jährlich abertausende Hufeisen für Rumänien.
Teilweise in Deutschland, teilweise in Rumänien.
       Eine monotone und nervige Arbeit welche sicherlich keinen Spass macht.
Er setzt sich
 in seiner Freizeit sehr für das Hilfsprojekt ein.
Danke mein Sohn!

Die Kosten für dieses Belohnungsprojekt  sind hoch. Pro Pferd sind alleine 30,00 Euro an Materialkosten zu rechnen.
Bei nur 4 Beschlägen im Jahr sind das schon 120,00 Euro pro Jahr. Bei 1000 Pferde also 120.000,00 Euro!
Bei 5000 Pferden somit 600.000,00 Euro. 
Wir freuen uns sehr darüber wenn tierliebe Menschen  Geld mit dem Verwendungszweck
“schmerzfreies Laufen”  oder “für Hufeisen” spenden. 

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Bild oben: Ein verletzter Huf. Bitte helfen sie uns diese Misstände abzustellen
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Bild oben: Der Equiwent-Hufschmied beschlägt fachgerecht ein Pferd.
Der Besitzer 
hatte alle Auflagen erfüllt und das Tier ist gut genährt! Toll oder?
Wir haben abertausende Pferdeleben nachhaltig verbessert! 

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Bild oben: Der Equiwent-Tierarzt Dr.Ursache erklärt die guten deutschen
Hufbeschläge zu seinem wichtigsten Instrument im Kampf gegen das 
Elend der Arbeitspferde. 

Wie immer, danke ich allen Menschen welche uns helfen und unterstützen!

Herzlichst, ihr Markus Raabe und das gesamte Team EQUIWENT.