2/2018. Viel Gegenwind...Gut oder Schlecht?

2/2018. Viel Gegenwind…Gut oder Schlecht?

Von Markus Raabe:
Als Tierschützer spreche ich aus tiefstem Herzen zu euch……

Das Bild gibt Hoffnung, viel Hoffnung.
Links ist meine Kollegin, Tiffany Hild, seit 2007 ist sie mit an Bord. Rechts bin ich, Markus Raabe. 2008 besuchte ich zum ersten Mal Nordostrumänien, der ärmste Teil unserer EU. Als Hufschmied legte ich mein Augenmerk auf den schlechten Zustand der Arbeitspferde. Es waren so unglaubliche viele kleine, abgemagerte und ausgedörrte Arbeitspferde dort…
Ich gründete damals eine kleine Hilfsorganisation „Equiwent-Schmiede ohne Grenzen“.
In den ersten Jahren erntete ich Spott, viel Spott. Das ist lange her. Heute haben wir einen großen Zuspruch aus der gesamten Bevölkerungsbreite. Heute arbeiten (alleine nur in Ostrumänien) 4 Tierärzte , 2 Hufschmiede und ein Sozialarbeiter für EQUIWENT. Wir wachsen ständig und der Zuspruch ist ungemindert stark, täglich kommen neue Mitglieder hinzu.
Wir beschäftigen keine Werbeagentur, verschicken keine Kugelschreiber und keine Weihnachtskarten, verschicken keine Mails mit „gebettel“.. Dennoch erhielten wir viel Zuspruch, sehr viel. Heute betreiben wir 3 mobile Tierarztpraxen (alleine nur im Ghetto Nordostrumänien) im Einsatz, zwei mobile Hufschmiede, einen mobilen Sozialarbeiter und eine richtige stationäre Tierklinik. In Deutschland haben wir ein ähnliches Programm um zu helfen, hier in der BRD unterstützen wir zB Vet-Ämter usw…

Zurück nach Osteuropa:..
Das wichtigste und größte Ereignis ist die Veränderung in den Köpfen. Unsere jahrelangen Schulungen zeigen Einfluss. Die Arbeitspferde sehen heute viel besser aus als noch 5 Jahren.

Bild oben: Die dt Tierärztin Julia Schöwerling
                    als Gast in der rumänischen Equiwent-Tierklinik.

Viele Hunde haben wir , nur durch Aufklärung, von den Ketten abbekommen..
Echter Tierschutz beginnt in den Köpfen der Menschen. Mit Diskriminierung eines Volkes erreicht man nichts, garnichts.
In der Mitte auf diesem Bild sehen sie Catalin, er ist 26 Jahre jung und liebt Pferde. Er beginnt nun seine Ausbildung zum Hufschmied bei Equiwent. Als rumänischer Mitbürger hat er natürlich einen besseren Zugang zu den Pferdehaltern als wir.
Er wird künftig sein erworbenes Wissen weiter tragen und somit Einfluss nehmen. Die fachgerechte Hufbearbeitung ist nur ein Nebenprodukt seiner eigentlichen Aufgabe. Er wird sich künftig für alle Tiere auf jeder kleinen Farm einsetzen. Er ist unglaublich sanft im Umgang mit dem ihm anvertrauten Pferden. Er ist das absolute positive Beispiel eines lieben , sensiblen Mannes in einem rauen Land. Rumänien wird stets viel schlechter und grausamer dargestellt als es ist.
Offenbar profitiert „man“ davon… Das Verhältnis zwischen lieben und nicht netten Menschen ist das selbe wie in Deutschland, Alaska oder Schweden. Denn es sind stets wir Menschen welche unsere Umwelt prägen, nicht umgekehrt.

Bild oben: Raabe & Hild geben seit 10 Jahren
                    Schulungen im Hufbeschlag und der Versorgung von 
                    Pferden, in ganz Europa und Übersee!

 

Meine gesamte Familie, meine liebsten Menschen und ich selbst haben viele Narben davon getragen. Sie sitzen tief. Tierschutz ist nicht einfach. Die vergangenen 10 Jahre waren nicht einfach. Meine wundervollen Kinder kannten ihren Vater mehr von den Fotos aus Osteuropa anstatt aus einem gemeinsamen Urlaub. Ihre Mutter leistete unvorstellbares in den vergangenen 10 Jahren, Management 24 Stunden am Tag. Unser ehrenamtlicher Einsatz kostete uns viel, wirklich sehr viel.
Meine Familie, Tiffany Hild und ich bauten eine Hilfsorganisation auf welche heute international bekannt ist und tiefe Spuren hinterlässt. Viele Menschen haben uns dabei geholfen. Aber einige kehrten uns auch den Rücken.
Auch noch heute werden wir täglich angefeindet. Erst gestern mussten wir die Kommentarfunktion bei YOUTUBE deaktivieren. Ich werde dort von Links -und Rechtsradikalen angegriffen und bedroht. Von der „Linken Szene“ noch stärker.
Wenn ich Kinder in Rumänien aus einer grausamen Situation befreie und ihnen Obdach, Nahrung, Medizin, Fürsorge und eine Schulbildung ermöglichen kann so werde ich dafür beschimpft, beleidigt und bedroht. Ja meine Freunde, Tierschutz kann sehr militant sein und eine hässliche Fratze tragen.
Ich hatte mich 2017 stark für eine jüdische Familie eingesetzt welche in den Wirren des letzten Krieges auseinandergerissen wurden. Die „rechte Szene“ lies mich schon schnell ihre Meinung spüren.
Aber ich äußerte mich auch deutlich und medial über die
Flüchtlingkriese und gegen die Masseneinwanderung ohne ein Konzept und ohne die Erfassung der ankommenden Personen. Die BRD kann nicht alles aufnehmen und auch nicht alles integrieren, wir müssen Gewalttaten in Deutschland ansprechen dürfen ohne in die rechte Ecke gestellt zu werden.
Und niemand kann uns zwingen die andere Backe gerne hin zu halten.“VorOrt“ helfen- so schrieb ich damals in meiner eigenen Zeitschrift und geriet auf den Schirm der militanten Linken.
Ich möchte darüber 2018 noch einmal ausführlich berichten.

Da wir weder Hunde noch sonst irgend etwas nach Deutschland
(vermitteln) transportieren werden wir von vielen sogenannten „Tierschützern“ angegriffen.
„Kastrieren ist das Gegenteil von Tierschutz“ schrieb eine Tiervermittlerin öffentlich auf unsere Seite.

Bild oben: Kastrationen für Hunde sind ein
                    Dauerprogramm von Markus Raabe
                    in der rumänischen Klinik.
Aktuell war jetzt eine deutsche Tierärztin (Frau Dr. Julia Schöwerling) mit uns in Rumänien. Sie begutachtete unser Kastrationsprogramm für die Hunde.
Sie sagte wörtlich: „diese täglichen Anfeindungen gegen euch sind unglaublich, wenn ich nicht selbst dabei wäre würde ich es nicht glauben.. aber ich lese es nun schwarz auf weis“

Ja, meine lieben Freunde, daher geht mein Dank und mein Respekt an alle lieben Menschen welche uns unterstützen oder sich anderweitig gemeinnützig in die Gesellschaft einbringen,
egal wie und wo- Hauptsache man hilft!!
Auch Gegenwind ist Bewegung und wer wirklich etwas verändert der polarisiert auch. Equiwent wird niemals eine Organisation sein welche von allen geliebt wird. Wir legen den Finger oft tief in die Wunde und suchen die Ursache. Besonders im Tierschutz tut man sich mit der Ursache manches Mal schwer.
Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes wiegt wohl sehr schwer……..Oh Weh, oh weh wenn es keine „Tierschutzfälle“ mehr geben würde…… dann werde ich Arbeitslos. Dies sind natürlich jetzt extreme Aussagen welche auf 80% der Tierschützer sicherlich nicht zutreffen. Aber auf 20% eben doch.
Ja, Tierschutz ist ein Geschäft und wir, die darin arbeite, müssen uns täglich vor unserem Spiegel selbst prüfen. Wir müssen uns unangenehme Fragen gefallen lassen und wir müssen auch ehrlich feststellen, dass „20 Jahre intensive Hundevermittlung aus Rumänien“ das Problem nicht ansatzweise gemindert hat.
Wenn wir Tierschützer nicht endlich den Hebel umlegen so wird das Wort „Tierschützer“ immer mehr ins Abseits gedrängt.


Bild oben: Täglich kommen neue Patienten in unsere Klinik.
                    Ob Hunde, Katze oder Pferd. Viele erlitten einen
                    Verkehrsunfall, so wie dieser Hund. 
Auch 2018 werden wir wieder den ärmsten Kreaturen helfen und uns auch für die bedürftigen Kinder in unserer EU einsetzen. Wir werden in Deutschland und Osteuropa tätig sein. Ob Pferde, Hunde oder andere Tiere, wir helfen nachhaltig.
Und auch 2018 können linke Fanatiker, rechte Extremisten und militante Tierschutzvermarkter uns den Buckel runter rutschen.
Wir lassen uns nicht einschüchtern. Schon gar nicht stoppen wir unser großes Kastrationsprogramm für die Hunde in Rumänien.
Wir fangen gerade erst an….
Herzlichst, ihr Markus Raabe
und das gesamte Team Equiwent.