Gestatten, mein Name ist Dan.

Eine kleine Geschichte, geschrieben von Markus Raabe für einen tapferen Jungen welcher als Waise aufwächst.
Ich konnte auch nur alle Fakten zusammen tragen und es zu einer kleinen Geschichte machen, es muss nicht alles 100% stimmen.
Ich freue mich darauf im März die Bilder seiner ersten, neuen Schuhe hier noch beizufügen.
Dan ist eines von unzähligen Einzelschicksalen aus der Equiwent-Adoptionsgruppe.
Danke an allen helfenden Menschen da draußen, jeder Cent war gut investiert!     euer Markus 

Ich heiße Dan und wurde 2006 in geboren. Meine Eltern waren arm, bettelarm. Wir lebten in einer kleinen Hütte. Es ist kein Wochenend- oder Ferienhaus. Nein, es ist eine Hütte aus Lehm und Stroh gebaut, ohne Strom, ohne Wasser. Die Strassen kennen keinen Belag und die Menschen in dieser Region wissen nicht was Asphalt ist.

 Sie hat nur einen Raum in dem wir leben. Aber im Winter können wir mit einem traditionellen Lehmofen heizen, wenn wir Holz haben. 
Meine Eltern können nicht lesen und schreiben. Meine Mutter ist noch ganz jung, eigentlich selbst noch ein Kind. Die Verheiratung mit meinem Vater war sicherlich kein Akt der Liebe. Er war damals  22 Jahre alt , meine Mama 15. Die Eltern meiner Mutter waren froh nun nicht mehr für ihre älteste Tocher sorgen zu müssen. Kurz vor dem 16 Geburtstag meiner Mama kam ich dann zur Welt. Ich war der stolz meiner Eltern, ihr erster Sohn. Ich sollte ein Einzelkind bleiben. Als ich ein Jahr alt war kam mein Heimatland, Rumänien, in die EU. Was das bedeutete wusste eigentlich niemand aber alle feierten das gewaltig. Nun sollte alles besser werden aber es wurde nie besser, bis heute.

EU 012
Das bin ich! Es ist gerade der 25.Dezember 2015 und ich bin
bei einem Tierarzt. Er heißt Petre und arbeitet bei einer deutschen
Organisation welche sich um Pferde kümmert.

2009,als ich 3 Jahre alt war passierte ein Unglück. Mein Papa war im Wald unterwegs um Brennholz zu sammeln. Er hatte sich mit der Axt tief ins Bein geschlagen und viel Blut verloren. Zwei Tage lang lag er bei uns im Haus bevor er die Augen schloss. Mama schaffte es nicht einen Arzt zu organisieren bzw das lebenswichtige Antibiotikum zu besorgen. Nun waren wir schon 2 Jahre ein Vollmitglied in der EU und Medizin gab es nur für reiche Menschen, bis heute!!! .  Ich kann mich an Papa nicht mehr erinnern.

Mama musste nun alleine für mich sorgen. Das war nicht einfach für eine junge Witwe. Witwen haben in unserer archaischen osteuropäischen Struktur keinen guten Stellenwert. Mama war Freiwild und musste vermutlich schlimme Dinge erleben um an Brot oder Gemüse zu kommen. Ich kann das heute nur erahnen. Ein ungarisches Sprichwort sagt: Wenn du böse bist im Leben- so wirst du als Pferd oder als Witwe in Ostrumänien wiedergeboren“  Das soll wohl bedeuten , dass es den Pferden und Frauen nicht prächtig geht in Ostrumänen.

2011. Ich bin nun 5 Jahre und begreife langsam das Leben. Opa ist letztens gestorben und Oma und Mama sind nun alleine. Durch Opas Verlust wird es nun so langsam immer schwieriger zu überleben. Ein Arbeitsvermittler sollte alles zu besseren verändern.
Ein Mann kam mit einem kleinen Bus ,im August 2011, in unser kleines Dorf und unterbreitete gute Arbeitsangebote speziell für junge Frauen.
Es waren Jobs im Ausland. Tolle Namen wie Deutschland und Italien lockten die jungen Frauen aus ihren Häusern. Aber der Mann konnte nicht alle mitnehmen für die tollen, gut bezahlten, Jobs in den Restaurants. Nein sie mussten wohl irgend welche Kriterien erfüllen.  Meine Mama war wohl perfekt geeignet. Ich kann mich noch an den Abtransport erinnern, ich lief noch über einen Kilometer den Bus nach und winkte meiner Mama zu, Mama winkte zurück. Ich habe sie niemals wieder gesehen.

Oma war oft traurig und mit der Situation überfordert. Überlastet und voller Schuldgefühle versuchte sie bestens für mich zu sorgen. 
2012 fuhr ein komischer Tierarzt durch unser Dorf. Er war nett, verteilte immer Süßigkeiten an uns Kinder. Er war wohl der einzige Tierarzt in unserer Region. Das besondere an diesem Mann war, dass er kein Geld nahm für seine Leistung und Medizin nahm. Aber man musste irgend welche komischen Sachen machen um seine Hilfe zu bekommen. Unsere Kuh Ludmilla war sehr krank. Oma hatte viel Angst sie zu verlieren. Es wäre eine , kaum zu verkraftende, Katastrophe  gewesen. Ludmilla sicherte unser Überleben. Der Tierarzt untersuchte Ludmilla und teilt Oma mit,  dass die Kuh sterben würde. Nur ein spezielles Antibiotikum könnte helfen. Aber das dürfe er nicht verabreichen. Oma fragte nach dem Grund. Der Arzt sagte, er würde für eine Tierschutzorganisation arbeiten- mit sehr strengen Regeln!  Was denn für Regeln? wollte Oma wissen. „Die Kinder der Familien müssen zu Schule gehen und der Wachhund darf nicht an einer Kette leben“. 
Es war der Tag an dem ich eingeschult wurde, Jakko seine Kette verlor und Ludmilla wieder gesund wurde.

Heute bin ich schon 10 Jahre alt und muss dem Tierarzt immer etwas vorlesen, er kann es wohl nicht selber aber das ist ja keine schande, ich helfe ihm gerne. 
Mit den älteren Kindern übt er English. Sie haben englische Hörspiele auf einem Kasettenrecorder und müssen gemeinsam mit dem Tierarzt die englische Sprache lernen.

Im kommenden März, also in zwei Wochen, kommt der Markus aus Deutschland und bring unserem Tierarzt neue Medikamente. Der Arzt und der Fremde werden dann mit mir in Stadt fahren um Schuhe und eine richtige, passende Hose, nur für mich, zu kaufen. Es wird das erste mal sein das ich neue Sachen bekomme. Natürlich waren die gebrauchten Sachen auch immer gut. Aber weil ich in der Schule sehr gut bin bekomme ich extra etwas, vielleicht auch Schokolade!

EU 009

Bild oben : Dan, ein toller Junge!

Ergänzung am 6.04.2016

Ich war bereits drei Mal in Rumänien nur in 2016.
Letztes Mal konnten wir Dan ein Laptop spendieren.
Neben der neuen Kleidung vermutlich sein bestes Geschenk überhaupt,
zumindest an Sachgütern
.
 IMG_8482

 

Bild oben: Dan mit seinem neuen Computer im März 2016.
Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen um der Jugend eine faire Chance zu bieten.
Die Zukunft ist ohne Computerkenntnisse hoffnungslos.
PS :Solche Geräte können über Solarmodule geladen werden.

Danke an alle Unterstützer!

Herzlichst, Raabe und Dr.Ursache